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Versicherungskammer Bayern will Lösung für Nicht-Zahler in der PKV

Autor: Thommy Oliver am: 10.05.2011

Das Problem der Privaten Krankenversicherungen (PKV) mit Mitgliedern, die ihre Beiträge nicht bezahlen, ist nicht unerheblich - der Schaden geht in die Millionen. Seit Einführung der Krankenversicherungspflicht 2009 ist es den PKV-Anbietern nicht mehr erlaubt, säumige Mitglieder zu kündigen.

Angesichts dieser Situation forderte der Chef der Versicherungskammer Bayern, Friedrich Schubring-Giese, die Politik nun auf, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Bei der Vorstellung der Bilanz 2010 betonte er, dass nun eindeutig die Politik gefragt sei und den Versicherungen "massive Gegenmaßnahmen" ermöglichen müsste, wenn sich herausstellt, dass Kunden, die ihre Beiträge nicht bezahlen, eigentlich genug finanzielle Mittel hätten, um dies zu tun.

Schubring-Giese beklagt in der "Financial Times Deutschland" (FTD), dass diesen Mitgliedern nicht nur Notfallleistungen erstattet werden müssen, sondern dass für sie dem Gesetz zufolge auch Altersrückstellungen aufgebaut werden müssen. Um zu verhindern, dass die Außenstände und entsprechenden Wertberichtigungen weiter ansteigen, sei eine gesetzliche Regelung dringend geboten. Laut Schubring-Giese liegt die Wertberichtigung derzeit bei knapp 26 Millionen Euro.

Die Versicherungskammer Bayern ist die größte der öffentlich-rechtlichen Gesellschaften, die hauptsächlich den Sparkassen gehören. Zwar ist sie nur regional tätig, ist aber dennoch mit 500.000 vollversicherten Mitgliedern bundesweit der achtgrößte Erstversicherer. Die Anzahl aller versicherten Personen in der Kranken- und Pflegeversicherung stieg um 45.000 auf 2,8 Millionen Personen an - ein Großteil davon durch Zusatz-Pflegeversicherungen. Einschließlich aller Krankenzusatz-Versicherungen, die bei ihr abgeschlossen wurden, belaufen sich die Beitragseinnahmen der Versicherungskammer Bayern auf rund 2,1 Milliarden Euro.

Auf der Bilanz-Pressekonferenz zeigte sich Schubring-Giese hinsichtlich des Neugeschäfts in der Kranken- und Pflegeversicherung zuversichtlich. Sowohl die Abschaffung der dreijährigen Wechselfrist in der PKV als auch die neue Kooperation mit der AOK Sachsen-Anhalt dürften sich seiner Einschätzung nach positiv auswirken. Erwartet wird ein Anstieg der Beitragseinnahmen um rund 3% in 2011. Allerdings sei eine Reform der Pflegeversicherung "überfällig" und forderte in diesem Zusammenhang eine "Platzierung einer ergänzenden Pflegepflichtversicherung bei der privaten Krankenversicherung".



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