PKV Nachrichten

Steigende Generika-Quote auch in der PKV

Autor: Dr. rer. nat. Melanie Hahn am: 23.01.2012

Privatversicherte erhalten seltener Generika verschrieben als gesetzlich Versicherte, allerdings geht die Entwicklung offenbar dahin, dass auch in der Privatversicherung (PKV) zunehmend Generika verschrieben werden. Wie eine aktuelle Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) zeigt, liegt die Generika-Quote bei Erstverordnungen in der PKV bei 65% und bei längerfristigen Arzneimitteltherapien bei 48,7%. Die PKV nutzt somit - ebenso wie die GKV - die Einsparmöglichkeiten, die sich durch Generika ergeben. Dies gilt besonders für Patienten, "die neu auf einen Wirkstoff eingestellt werden", erklärt Studienautor Dr. Frank Wild.

In der Studie wurden die Daten von zwei privaten Krankenversicherungsunternehmen mit insgesamt 470.000 Versicherten analysiert. Dabei gingen jeweils 4 Millionen Arzneimittelverordnungen aus dem Zeitraum 2007 bis 2010 in die Analyse ein.

Untersucht wurden die neun Wirkstoffe Amlodipin, Bicalutamid, Fentanyl, Metoprolol, Mirtazapin, Omeprazol, Pantoprazol, Tamsulosin und Venlafaxin, wobei Pantoprazol mit Abstand der am häufigsten verschrieben Wirkstoff war, berichtet die Ärztezeitung. Der Untersuchung zufolge ist die Generika-Quote bei allen Wirkstoffen mit Ausnahme von Omeprazol in dem analysierten Zeitraum kontinuierlich gestiegen. Omeprazol weist dagegen über den gesamten Zeitraum hinweg eine hohe Generika-Quote auf.

Im Jahr 2010 lag die Generika-Quote in der PKV bei den einzelnen Wirkstoffen bei 28% (Metoprolol) bis 92% (Omeprazol). In der GKV dagegen bei 80% (Venlafaxin) bis 99% (Amlopidin und Omeprazol). Dass die Generika-Quote in der PKV insgesamt noch niedriger ist als in der GKV liegt Wild zufolge daran, dass hier weniger oft vom Original auf das Generikum umgestellt wird. Bei manchen Wirkstoffen ist sogar ein Rückgang der Generika-Quote zu verzeichnen (z.B. bei Venlafaxin, Bicalutamid oder Pantoprazol). Allerdings ist generell eine deutliche Tendenz zu beobachten, dass Ärzte bei Erstverordnungen zunehmend zum preisgünstigeren Generikum greifen als zum teureren Original.

Nach Ablauf des Patentschutzes eines neuen Wirkstoffs dürfen auch andere pharmazeutische Hersteller diesen produzieren und vertreiben. Diese als Generika bezeichneten Nachahmerpräparate sind in der Regel deutlich günstiger als das Originalpräparat. Bei der Zulassung eines Generikums wird kontrolliert, dass es keine zu großen Unterschiede zum Original aufweist und so einigermaßen gewährleistet werden kann, dass es in therapeutischer und klinischer Hinsicht die gleiche Wirksamkeit aufweist.



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