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PKV will freie Honorar-Verhandlungen mit Ärzten

Autor: PKV Redaktion am: 10.12.2010

Zu einem heftigen Streit kam es am Donnerstag zwischen dem Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) und der Bundesärzte- und Bundeszahnärztekammer. Ausgangspunkt des Streits war eine Forderung des Verbands nach einer Öffnung der Honorar-Verhandlungen mit Ärzten und Zahnärzten. Reinhold Schulte, Chef des PKV-Verbands, erklärte, dass der drastische Anstieg der Kosten, den die PKV in den letzten Jahren zu bewältigen hat, Konsequenzen haben müsse. Während der allgemeine Preisanstieg in den letzten 10 Jahren bei 17% lag und die gesetzliche Krankenversicherung ihre Preise in diesem Zeitraum um 24% anhob, seien alleine die Kosten für ambulante Behandlungen in der PKV seit 2000 um 41% gestiegen.

Dies liege vor allem daran, dass Ärzte für einen Privatpatienten inzwischen doppelt so viel abrechnet wie für die gleichen Leistungen bei einem gesetzlich Versicherten. Damit müsse nun Schluss sein, denn am Ende müssten die Versicherten die Zeche für diese Entwicklung zahlen - in Form höherer Beiträge. Um dies zu verhindern, plädiert der Verband für Reformen, die unter anderem eine Öffnung der Honorar-Verhandlungen vorsehen. Mit anderen Worten: Die privaten Krankenversicherungen sollen - unabhängig von der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) - direkt mit Ärzten, Arztgruppen oder Verbänden Verträge abschließen dürfen. Dieser Vorschlag sollte jedoch nicht als Zwang, sondern als Aushandlung von Konditionen verstanden werden. Ziel sollte sein, dass man am Ende eine Vereinbarung finde, mit der beide Seiten einverstanden sind.

Ärzte und Zahnärzte lehnen diesen Vorschlag kategorisch ab, sprechen von "Discountmedizin" und befürchten eine Gefährdung der medizinischen und zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland. Die Bundesärztekammer und die Bundeszahnärztekammer prognostiziert einen Abfall der Behandlungsqualität und eine massive Einschränkung der freien Arztwahl, sollte es zu diesem "Preisdiktat" kommen. Beide Kammern wollen die Klausel "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern", damit die Schutzfunktion der ärztlichen Gebührenordnungen gegen Machtmissbrauch nicht ausgehebelt wird. Sie werfen der PKV vor, dass es ihr nur um die Marktmacht gehe. Auch die Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V. kündigte Widerstand gegen eine solche Öffnungsklausel an.



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