PKV Nachrichten

PKV unzufrieden mit Basistarif

Autor: Dr. rer. nat. Melanie Hahn am: 23.04.2011

Die privaten Krankenversicherungen (PKV) waren von Anfang an skeptisch gegenüber dem Basistarif, den anzubieten sie von der Bundesregierung gezwungen worden sind. Mit der Einführung der Krankenversicherungspflicht mussten alle privaten Krankenversicherungen auch einen sogenannten Basistarif einführen, den alle Personen wählen können, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert sind. Im Basistarif müssen alle Versicherten ohne Gesundheitsprüfung angenommen und niemand aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt werden, die Versicherten erhalten einen Leistungsumfang, der etwa dem der GKV entspricht und auch maximal so teuer wie diese sein darf.

Durch diese Regelungen entspricht der Basistarif nicht den sonst in der PKV üblichen Versicherungsbedingungen und er generiert durch die Begrenzung der Beitragshöhe auch keinen Gewinn - für die PKV nicht sehr attraktiv. Die anfängliche Skepsis der Versicherungen scheint sich nun zu bestätigen. Hinzu kommt, dass viele Personen den Tarif in Anspruch nehmen, die nur unregelmäßig Beiträge zahlen oder die schwere Vorerkrankungen haben, was zu weiteren Verlusten in der PKV führt. Dazu gehören z.B. ehemalige Selbstständige und Freiberufler, die ihr Geschäft aufgegeben haben oder die ein sehr geringes Einkommen haben. Von den ca. 24.000 im Basistarif Versicherten gilt außerdem fast ein Drittel als hilfebedürftig. Sie müssen nur den halben Beitragssatz leisten.

All diese Faktoren und die Tatsache, dass Basistarif-Versicherte auch bei Zahlungseinstellung nicht gekündigt werden dürfen, führen dazu, dass der Basistarif für die PKV ein Verlustgeschäft ist. Dies gilt insbesondere für jene Anbieter, die in der Vergangenheit vor allem Selbstständige angeworben haben. Anbieter, die sich dagegen eher auf Angestellte oder Beamte ausgerichtet haben, sind von den finanziellen Einbußen durch den Basistarif deutlich weniger betroffen.

Diese und andere Probleme, wie z.B. die Weigerung einiger Mediziner, im Basistarif versicherte Patienten zu behandeln, rief nun die Bundesregierung auf den Plan, die den Tarif und seine Auswirkungen auf die Versicherten erneut überprüfen will. Das Ergebnis dieser Überprüfungen steht noch aus.



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