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PKV kritisiert falsche Abrechnungen und unnötige Leistungen

Autor: PKV Redaktion am: 30.12.2010

PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach hat am Dienstag in Berlin massive Kritik an Ärzten und Krankenhäusern geübt, die zu viele oder falsche Tests und Untersuchungen abrechnen. Dabei gehe es nicht um Abrechnungsbetrug, sondern um die Spielräume, die in den Gebührenordnungen vorhanden sind.

Das Problem sei, dass die staatlichen Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte inzwischen längst veraltet seien, so dass die modernen medizinischen Leistungen nicht richtig abgebildet werden. Seit Jahren seien die Abrechnungswerte nicht angepasst worden, so Leienbach. Die bestehende Gebührenordnung lädt alle Abrechnungsstellen dazu ein, die vorhandenen Spielräume auszunutzen und auszuweiten, wie am Beispiel von Laboruntersuchungen zu sehen ist. So wird in der PKV fünfmal so viel für Labormedizin ausgegeben wie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), was medizinisch einfach nicht zu erklären sei, berichtet Leienbach. Einige Ärzte würden die Laboruntersuchungen selbst durchführen und sie dann der Versicherung in Rechnung stellen. Leienbach betont, dass er nicht an der Sinnhaftigkeit dieser Untersuchungen zweifelt, aber doch einen Erklärungsbedarf für die hohe Anzahl dieser Untersuchungen sieht.

Kritik übt er auch an der Abrechnungspraxis in Krankenhäusern. Teilweise würden Chefarztbehandlungen abgerechnet werden, obwohl die Patienten von normalen Stationsärzten behandelt wurden. Natürlich habe ein Chefarzt das Recht, Behandlungen zu delegieren, aber dann darf dies nicht als Chefarzt-Behandlung abgerechnet werden, so Leienbach.

Diese Abrechnungspraxis müsse aufhören, fordert Leienbach, der Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) dringend dazu auffordert, die Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte zu überarbeiten und mit einer Öffnungsklausel zu versehen. Eine solche Öffnungsklausel würde es den Versicherern erlauben, auch Einzelverträge mit Ärzten abzuschließen. Nur so könne die Qualität beibehalten und gleichzeitig die Kosten kontrolliert werden. Die Privat Versicherten bräuchten "eine Perspektive, ihre Versicherung langfristig bezahlbar zu halten", sagte Leienbach.

Anfang Dezember haben die Ärztekammern eine solche Öffnungsklausel mit der Begründung abgelehnt, dass sie bei der Vergütung ärztlicher Leistungen zu einem Preisverfall auf Kosten der Versorgungsqualität führen würde.



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