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PKV fordert Nichtzahlertarif

Autor: Thommy Oliver am: 12.03.2012

Wie aus einer Pressemitteilung des Deutschen Bundestags hervorgeht, drängt die Private Krankenversicherung (PKV) weiter auf die Einführung eines sogenannten Nichtzahlertarifs. In einem Expertengespräch im Gesundheitsausschuss forderte die PKV, dass säumige Beitragszahler einen eigenen Tarif in Höhe von 100 Euro pro Monat bekommen sollten. Dieser sieht vor, dass Behandlungen nur noch in Notfällen bezahlt werden. Allerdings ist eine solche Lösung durchaus umstritten, da die Definition von Notfällen nicht einheitlich ist.

Laut dem PKV-Verband gibt es inzwischen 144.000 Nichtzahler, das sind Versicherte, die seit mindestens drei Monaten keinen Beitrag mehr gezahlt haben. Insgesamt schulden die Nichtzahler der PKV bislang 550 Millionen Euro. Seit der Einführung der Versicherungspflicht 2009 dürfen die privaten Krankenversicherungen säumigen Zahlern nicht mehr kündigen. Bislang wurde das Problem so gehandhabt, dass säumige Zahler, die auch nach einem Jahr ihre Beiträge noch nicht nachgezahlt haben, üblicherweise im Basistarif versichert wurden. Allerdings beträgt der Beitragssatz im Basistarif ebenfalls rund 600 Euro pro Monat und wenn auch dieser nicht gezahlt wurde, stiegen die Schulden des Versicherten unaufhörlich weiter an. In diesen Fällen mussten die PKV-Unternehmen den Fehlbetrag abschreiben und aus Alterungsrückstellungen bilden.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt grundsätzlich einen Nichtzahlertarif, weist jedoch darauf hin, dass die Schuldenproblematik damit nicht gelöst sei. Der Verband schlägt vor, "Nichtzahlern nach einer gewissen Wohlverhaltensphase eine Entschuldung" zu gewähren.

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gibt es das Problem der Nichtzahler, betonte das Wissenschaftliche Institut im Rahmen des Expertengesprächs. Diese verursachten im letzten Jahr einen Schaden von rund 1 Milliarde Euro. Der Unterschied zur PKV bestehe allerdings darin, dass die Fehlbeträge in der GKV dank des Solidarprinzips wieder ausgeglichen werden können. Der PKV-Verband erklärte, dass die Ausfälle der Beitragszahlungen in der PKV nicht von den anderen Versicherten übernommen werden können, sondern dass stattdessen eher Unternehmensmittel genutzt werden sollten.



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