PKV Nachrichten

PKV dementiert angeblichen Versichertenschwund

Autor: Dr. rer. nat. Melanie Hahn am: 10.01.2012

Medienberichten zufolge suchen immer mehr Privatversicherte den Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Dem widerspricht Stefan Reker, Sprecher des Verbands der privaten Krankenversicherungen (PKV) in den "Stuttgarter Nachrichten" jedoch vehement. Es sei eine Tatsache, dass in jedem Jahr "weitaus mehr gesetzlich Versicherte in die private Krankenversicherung wechseln als umgekehrt" und es sei "unseriös" einen anderen Anschein zu erwecken, so Reker.

Der PKV-Sprecher weist darauf hin, dass die gesetzlichen Krankenkassen "15 Milliarden Euro jährlich Zuschuss auf Kosten der Steuerzahler" bekämen und ohne diese Unterstützung ihre Beiträge um 10% erhöhen müssten. Außerdem sei zu bedenken, dass die in der GKV Versicherten auch noch Praxisgebühren, Zuzahlungen und Leistungskürzungen hinzunehmen hätten. Die PKV sei bei vielen Versicherten beliebter, da sie den Verbrauchern ein attraktiveres Angebot biete als die gesetzlichen Kassen.

Die gesetzlichen Krankenkassen freuen sich dagegen über jeden, der aus der PKV wieder in die GKV wechselt. GKV-Verbandssprecher Florian Lanz kommentiert diese Wechsel damit, dass es sich langsam herumzusprechen scheine, "dass das schöne Werbebild der PKV von „stets besser und billiger“ der Realität nicht entspricht". Lanz betont, dass im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben jeder in der GKV willkommen sei.

Angesichts der anhaltenden Diskussion über den Wechsel von der GKV in die PKV erklärt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten noch einmal, dass dieser Wechsel nur in Ausnahmefällen möglich ist. Während Arbeitnehmer, die pro Jahr weniger als 50.850 Euro brutto verdienen, wieder in der GKV pflichtversichert werden, müssen die Bezieher von Arbeitslosengeld II in der PKV bleiben. Versicherte über 55 Jahre sind von einem Wechsel grundsätzlich ausgeschlossen. Um zu verhindern, dass die bisher erworbenen Altersrückstellungen verloren gehen, raten Verbraucherschützer von einem Wechsel zu einem anderen PKV-Anbieter ab.

Auch Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) kommentierte die angeblich hohe Zahl Wechselwilliger, die von der PKV in die GKV zurückkehren wollen. Gegenüber der "Neuen Westfälischen Zeitung" äußerte er die Meinung, dass die privaten Krankenversicherer "noch längst nicht alle Möglichkeiten aus[schöpfen], den Versicherten günstigere Tarife anzubieten". Bahr warnte davor durch Wechselanreize das Kassensystem zu unterwandern und verwies in diesem Zusammenhang auf das neue Arzneimittelgesetz. Durch dieses Gesetz würden die Kosten für Medikamente erheblich gesenkt, wovon auch die privaten Krankenversicherung profitieren, so Bahr.



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