PKV Nachrichten

PKV-Verband unterstützt muttersprachliche Patientenberatung

Autor: Dr. rer. nat. Melanie Hahn am: 04.02.2011

Ab diesem Jahr beteiligt sich der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) freiwillig an der Finanzierung der unabhängigen Patientenberatung in Deutschland (UPD). Die von dem Verband zur Verfügung gestellten Mittel sollen ein neues Projekt finanzieren, mit dem die medizinische Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund verbessert werden soll. Gesundheit soll nicht an Sprachbarrieren scheitern, heißt es im Verband, der 364.000 Gelder bereitstellt, um ein Beratungsangebot in türkischer und russischer Sprache einzuführen. Die UPD wird für den gezielten Einsatz einer muttersprachlichen Beratung auch mit staatlichen Finanzmitteln unterstützt.

Mit diesen und den Mitteln der PKV sollen qualifizierte Berater mit zweisprachigem, interkulturellem Erfahrungshintergrund eingesetzt werden, die ratsuchende Patienten mit Migrationshintergrund in deren Muttersprache beraten sollen. Das Projekt umfasst sowohl Internetseiten und eine Telefon-Hotline in türkischer und russischer Sprache als auch muttersprachliche Beratungseinrichtungen vor Ort. Letztere sollen in Ballungsräumen mit besonders hohem Migrations-Anteil (Berlin, Dortmund, Nürnberg und Stuttgart) eingerichtet werden.

Über 16 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Von ihnen stammen über 3 Millionen aus der Türkei und 2,9 Millionen aus der ehemaligen Sowjetunion. Da die normalen Beratungsgespräche für Patienten in der Regel auf deutschsprachige Patienten ausgerichtet sind, sind Patienten mit Migrationshintergrund aufgrund sprachlicher Barrieren und mangelnder Kenntnis des deutschen Gesundheitssystems und bestehender Präventionsangebote möglicherweise benachteiligt. Durch das muttersprachliche Beratungsangebot will die PKV dazu beitragen, diese Benachteiligung aufzulösen.

Das Projekt stößt vielerorts auf positive Resonanz und wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) begrüßt. Allerdings befürchtet die DGSPJ, dass die verfügbaren Mittel eventuell nicht ausreichen, denn gerade die Kinder mit Migrationshintergrund haben häufig gesundheitliche Probleme. So leiden sie statistisch gesehen häufiger unter Anämien, Fettleibigkeit und psychischen Störungen. Die DGSPJ sieht Projekte wie das vorliegende zwar als ermutigend an, aber weist gleichzeitig darauf hin, dass es bis zu einer flächendeckenden gleich guten Versorgung von Migranten noch ein weiter Weg sei.



Ähnliche Meldungen

23.03.2012 - Hartmannbund und PKV-Verband kritisieren Diskussion um...
12.12.2010 - PKV hat Engagement in der Aids-Prävention verlängert


Tarif Übersicht

Allgemeine Informationen


Top PKV Anbieter

PKV Anbieter

Ratgeber

In unserem Ratgeber, finden Sie häufig gestellte Fragen und Informationen, rund um die private Krankenversicherung.
PKV Ratgeber