PKV Nachrichten

Kosten für Arzneimittelversorgung in der PKV gestiegen

Autor: Dr. rer. nat. Melanie Hahn am: 03.04.2012

Im Jahr 2010 wurden zwar weniger Arzneimittel zu Lasten der privaten Krankenversicherungen (PKV) verordnet, trotzdem sind die Ausgaben für Arzneimittel deutlich gestiegen. Konkret musste die PKV für jeden Versicherten 2,2% (GKV: 1,0%) mehr bezahlen als noch im Jahr zuvor. Das ergab die Jahresanalyse 2010 des Wissenschaftlichen Institutes der PKV (WIP), deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden. Die Analyse basiert auf 44,6 Millionen Verordnungen von 12 PKV-Unternehmen, bei denen insgesamt 62% aller Privatversicherten versichert sind.

Auffällig ist, dass mehr als die Hälfte aller Arzneimittelausgaben der PKV 2010 auf verschreibungspflichtige Medikamente entfallen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) keinen Festbetrag haben. Die Kosten für diese Arzneimittel stiegen von 2007 bis 2010 um 16,4%, das ist deutlich mehr als in anderen Bereichen - zum Vergleich: Die Kosten für Fertigarzneimittel stiegen im gleichen Zeitraum um 8,7%.

Insgesamt stieg der Verordnungspreis in der PKV um durchschnittlich 4,4% auf 48,65 Euro, in der GKV (dank der gesetzlichen Abschläge) nur um 0,5% auf 43,17 Euro. Studienautor Dr. Frank Wild vom WIP erklärt, dass der direkte Vergleich zwischen den Ausgaben für Fertigarzneimittel in der GKV und PKV immer größere Unterschiede zeigt. Lagen die Ausgaben 2009 in der PKV um 7,4% höher als in der GKV, waren es 2010 schon 12,7% Differenz.

Wild berichtet, dass der Anteil der nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimittel in der PKV weiter sinkt, aber diese immer noch mehr als ein Drittel aller Verordnungen ausmachen, die zur Kostenerstattung bei der PKV eingereicht werden.

Wie im Jahr zuvor war auch 2010 das umsatzstärkste Arzneimittel in der PKV der Cholesterinsenker Sortis, gefolgt von dem Rheumamittel Humira. Weniger Kosten als zuvor verursachten dagegen Allergene, Impfstoffe, Antibiotika, homöopathische Produkte sowie Husten- und Erkältungspräparate. Auch in der PKV setzt sich der Trend zur Verordnung von Generika fort: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote der verordneten Generika weiter um 0,3% und liegt damit nun bei 55,5%.



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