PKV Nachrichten

DGVP: Nicht jeder Erstattungsverweigerung hinnehmen!

Autor: Thommy Oliver am: 20.12.2011

Rechtsanwalt Rainer Hellweg von der Kanzlei Schroeder-Printzen, Kaufmann & Kollegen aus Hannover und ehrenamtlicher Experte der Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V. weist darauf hin, dass Versicherte nicht jede Erstattungsverweigerung der privaten Krankenversicherung (PKV) hinnehmen müssen. Hellweg erklärt, dass es bei Unstimmigkeiten über die Kostenübernahme häufig um alternative Behandlungsmethoden, Naturheilverfahren und in diesem Zusammenhang verordnete Medikamente geht. Dazu gehören u.a. die Hyperthermie, die Akupunktur, die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und die Eigenbluttherapie.

Immer wieder kommt es vor, dass Versicherte die Belege/Rechnung über die Kosten solcher Behandlungen bei ihrer PKV einreichen und diese eine Kostenerstattung ablehnt. Oft wird diese Ablehnung damit begründet, dass die in Rechnung gestellte Leistung "von den vertraglichen Vereinbarungen nicht umfasst" oder "nicht erstattungsfähig gem. § 1 Abs. 2 MB/KK" sei. Solche Sätze suggerieren, dass es - ähnlich wie in der gesetzlichen Krankenversicherung - einen Leistungskatalog gibt, der abschließend gültig ist. Juristisch betrachtet ist dies in der PKV aber nicht der Fall.

In der PKV "ist es rechtlich immer eine Frage des Einzelfalls, ob eine bestimmte Behandlung oder ein Medikament medizinisch notwendig und damit erstattungsfähig ist oder nicht. Hier müssen das Krankheitsbild des Patienten sowie Anwendungs- und Wirkungsweise der Behandlung oder des Medikaments im konkreten Fall medizinisch beurteilt werden. Ein bloßer Verweis des Versicherers auf angebliche Vertragsvereinbarungen oder gesetzliche Vorschriften ist daher nicht geeignet, die Erstattungsfähigkeit abzulehnen" erklärt Hellweg in einer Pressemitteilung. Selbst ein Gutachten eines sogenannten Beratungsarztes sei rechtlich nicht bindend, weil dieser oft nicht unvoreingenommen sei, da er in wirtschaftlichem Verhältnis zur Versicherung steht.

Eine medizinische Notwendigkeit kann immer dann gut begründet werden, wenn die Behandlungen oder Medikamentengabe aufgrund einer ärztlichen Therapie oder Verordnung erfolgt und den Gesundheitszustand des Patienten bessert, empfiehlt Hellweg. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann es sich durchaus lohnen, sich gegen die Weigerung der PKV notfalls mit juristischen Mitteln zu wehren. Auf keinen Fall sollten sich die Versicherten damit zufrieden geben, dass die PKV nur auf Rechtsvorschriften oder Gutachten von Versicherungsärzten verweist.



Tarif Übersicht

Allgemeine Informationen


Top PKV Anbieter

PKV Anbieter

Ratgeber

In unserem Ratgeber, finden Sie häufig gestellte Fragen und Informationen, rund um die private Krankenversicherung.
PKV Ratgeber