PKV Nachrichten

BaFin prüft Abschlussprovisionen in der PKV

Autor: Tim Schneider am: 16.02.2011

Für zwei private Krankenversicherer (PKV) hat die staatliche Versicherungsaufsicht, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), eine Sonderprüfung angekündigt. Das meldet die Stiftung Warentest. Die Prüfung wird durchgeführt, weil die betroffenen Unternehmen völlig überhöhte Abschlussprovisionen an ihre Vermittler gezahlt haben sollen.

Wie BaFin-Sprecherin Kathi Schulten mitteilte, ist die Zahlung von Abschlussprovisionen, die höher sind als 8,9 Monatsbeiträge "aufsichtsrechtlich unerwünscht". Welche beiden Versicherungsunternehmen von der Sonderprüfung betroffen sind, wollte sie mit dem Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht der Behörde jedoch nicht sagen. Schulten berichtet, dass in der PKV teilweise Provisionen von 14 Monatsbeiträgen und mehr an die Vermittler gezahlt werden, die Versicherte zu einem Wechsel in der PKV bewegen. Sie betont, dass Provisionen in dieser Höhe "für die Versicherten regelmäßig nachteilig" sei.

Schon länger wird die Höhe der Vermittlungsprovisionen bei Krankenversicherungen von vielen Gesundheitsexperten scharf kritisiert. Sie beklagen, dass hohe Provisionen für Vermittler ein Anreiz sein können, ihre Kunden allein des Geldes wegen zu einem Wechsel zu bewegen und dabei das Wohl des Versicherten außer Acht zu lassen. Außerdem ist ein häufiger Wechsel in der PKV grundsätzlich nicht zu empfehlen, denn der Versicherte muss mit jedem Wechsel einen höheren Beitrag zahlen, weil er a) inzwischen älter geworden ist und b) eventuelle neue Vorerkrankungen angeben muss. Beides führt oft zu einem höheren Beitrag als er in der bisherigen Versicherung zahlen müsste, lautet die Kritik.
Abgesehen davon müssen die immensen Provisionen natürlich auch erst einmal erwirtschaftet werden und das geschieht in der Regel über die Beitragssätze. Die Versicherten zahlen mit ihren Beiträgen auch die Vermittlungsprovisionen und wenn diese besonders hoch ausfallen, so darf man sich über hohe Beiträge nicht wundern, meinen Experten.

Dennoch kann ein Wechsel natürlich immer dann sinnvoll sein, wenn sich dadurch mehr Leistungen erzielen lassen, vor allem, wenn es um Leistungen geht, die für den Versicherten wichtig sind. Durch einen Versicherungsvergleich lässt sich leicht herausfinden, welcher Anbieter den optimalen Tarif anbietet und wer besonders günstig ist. Wer einen Versicherungsvermittler zurate zieht, sollte sich auf jeden Fall vorher über seine persönlichen Wünsche und Anforderungen im Klaren sein und diese auch benennen können.



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