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BaFin kritisiert Makler-Provisionen in der PKV

Autor: PKV Redaktion am: 11.12.2010

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kündigte an, gegen die steigenden Provisionen vorgehen zu wollen, die private Krankenversicherer Maklern und Vermittlern zahlen. Die Aufsichtsbehörde kritisiert, dass die durchschnittliche Höhe der Abschlussprovisionen in den letzten Jahren spürbar angestiegen sei und diese Entwicklung den Interessen der Gemeinschaft der Versicherten, aber auch jedes einzelnen Versicherten zuwiderlaufe. Da die Provisionen auch über die Versicherungsprämie finanziert werden, müssten die Versicherten selbst die Zeche für immer höhere Provisionen zahlen.

Mit bis zu 18 Monatsbeiträgen als Provision (das sind höhere vierstellige Beträge) liegen die Provisionszahlungen in Einzelfällen weit über dem Durchschnitt und beliefen sich 2009 nach Angaben des PKV-Verbands insgesamt auf 2,7 Milliarden Euro - das sind wieder 200 Millionen Euro mehr als noch im Jahr 2008. Im Jahr 1999 zahlten die privaten Krankenversicherungen noch 1,8 Milliarden Euro an Provisionen. Außerdem würden viele Vermittler gerade in den ersten Jahren eines Versicherungsverhältnisses Kunden gezielt abwerben und so zusätzliche Provisionen einkassieren.

Die Branche kann die Kritik teilweise nachvollziehen. So hatte der Vorstandschef der Ergo Versicherungsgruppe, Torsten Oletzky, erst kürzlich gegenüber dem "Handelsblatt" bestätigt, dass man "Exzesse bei den Vertriebskosten verhindern" müsse. Im November erklärte der PKV-Verband, dass man den Provisionswettlauf zwischen den verschiedenen Anbietern und die daraus resultierenden Abwerbeaktionen untereinander stoppen müsse. Ein PKV-Vorstandsmitglied räumte derzeit gegenüber der "Financial Times Deutschland" ein, dass man das Problem ohne staatliche Hilfe nicht in den Griff bekomme.

Die BaFin betonte die Verantwortlichkeit der Versicherungsunternehmen gegenüber ihren Kunden. Sie müssten sicherstellen, dass sich die Abschlusskosten für Makler und Vermittler in einem angemessenen Rahmen bewegen. Wer mit Vermittlern zusammenarbeitet, die offensichtlich die Qualität ihrer Beratung vernachlässigen, weil sie nach höheren Profit streben, der würde dieser Verantwortung nicht gerecht, so die Kritik der Behörde. Deshalb wolle man zukünftig verstärkt auf das Risikomanagement der privaten Krankenversicherer achten. Die BaFin schlägt zudem vor, die Anreize zu mindern, aus eigenem finanziellen Interesse heraus, Kunden zu einem Versicherungswechsel zu raten. Dies könne z.B. dadurch geschehen, indem die Versicherer bei frühzeitigen Stornierungen einen Teil der gezahlten Provisionen zurückfordern dürfen.



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