PKV Nachrichten

Auskunftswunsch der PKV beunruhigt Versicherte

Autor: Dr. rer. nat. Melanie Hahn am: 16.05.2012

Wie aus aktuellen Meldungen hervorgeht, sind offenbar zunehmend mehr Versicherte der Privaten Krankenversicherungen (PKV) irritiert über den Wunsch ihrer Versicherung, Einsicht in ihre Patientenakten nehmen zu dürfen und ihre Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden. In letzter Zeit nahmen die Anfragen der Versicherten zu Themen wie Auskünfte der Versicherungen beim PKV-Ombudsmann zu.

Im Tätigkeitsbericht der PKV-Schlichtungsstelle für 2011 wird die Zunahme der Versicherungsanfragen darauf zurückgeführt, dass die Anbieter ihre Leistungspflicht genauer überprüfen möchten. Das steigende Bewusstsein der Versicherungsnehmer für einen sensiblen Umgang mit ihren Gesundheitsdaten trage dazu bei, dass die Zahl der Beschwerden zunimmt, die sich auf Leistungsablehnungen wegen fehlender Nachweise durch entsprechende ärztliche Berichte beziehen, heißt es.

Der Ombudsmann selbst kann die Irritation der Versicherten verstehen, denn sie fühlen sich häufig entblößt und haben Angst, dass diese sehr privaten Daten in falsche Hände geraten können. Außerdem wissen sie oft nicht, ob die Einsicht in ärztliche Behandlungsunterlagen rechtens ist oder dadurch ihr Recht auf informelle Selbstbestimmung verletzt wird. Letzteres kann pauschal nicht beantwortet werden, deshalb prüft der Ombudsmann jeden Einzelfall und muss dabei abwägen, ob der Schutz der Privatsphäre des Versicherten oder die umfassende Überprüfung der Leistungspflicht hierbei überwiegt.

Der Ombudsmann betont, dass es grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Generalermächtigung seitens der Versicherung gibt. Es ist ebenso möglich, nur einzelne Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden oder die Entbindung der Schweigepflicht generell zu verweigern. Macht der Versicherte hiervon Gebrauch, kann es jedoch sein, dass dadurch die Leistungspflicht der Versicherung teilweise oder ganz erlischt.

Experten wie der PKV-Ombudsmann schlagen den verunsicherten Versicherten vor, ihrer Versicherung anzubieten, "die angeforderten Auskünfte direkt den beratenden Ärzten oder Gutachtern der Krankenversicherer zur Verfügung zu stellen", berichtet die Ärzte Zeitung.



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