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Ausgabenzuwachs für Heilmittel in der PKV geringer als in der GKV

Autor: Dr. rer. nat. Melanie Hahn am: 30.11.2011

Offenbar ist es der privaten Krankenversicherung (PKV) im vergangenen Jahr besser gelungen, die Ausgaben für Heilmittel in Grenzen zu halten, als die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Zu den Heilmitteln zählen unter anderem Massagen, Logopädie, Physio- und Ergotherapie.

Während die GKV 2010 mit insgesamt 4,5 Milliarden Euro einen Ausgabenzuwachs für Heilmittel von 5,5% hinnehmen mussten, musste die PKV im letzten Jahr für Heilmittel "nur" 800 Millionen Euro zahlen, was einem Zuwachs der Heilmittelausgaben von insgesamt 4,76% entspricht. Auf den einzelnen Patient heruntergerechnet, betrug der Ausgabenzuwachs somit hier 2,93% (zum Vergleich in der GKV: 5,97%).

Dass die PKV einen niedrigeren Ausgabenzuwachs verzeichnete als die GKV, liegt vermutlich an der Erstattungspolitik der privaten Versicherer. In der PKV entsprechen die beihilfefähigen Höchstsätze einigen Anbietern zufolge nämlich gleichzeitig der Erstattungsobergrenze, d.h. es wird auf die vollständige Erstattung der Rechnungen für Heilmittel verzichtet. So kann eine Menge an Ausgaben eingespart werden. Allerdings bestätigten inzwischen bereits mehrere Gerichte und auch das Bundesinnenministerium, dass diese Behauptung nicht stimmt, dass also die beihilfefähigen Höchstsätze nicht mit der Erstattungsobergrenze identisch sind. Während der Ausgabenzuwachs für Heilmittel in der PKV somit geringer ausfällt als in der GKV, sind jedoch die Ausgaben für Heilpraktiker 2010 deutlich gestiegen. Sie beliefen sich im letzten Jahr auf etwa 218 Millionen Euro, das entspricht einem Anstieg von rund 5,4% gegenüber dem Vorjahr.

Wer erwägt, in die private Krankenversicherung zu wechseln oder einen neuen PKV-Anbieter zu suchen, sollte bei dem Vergleich der verschiedenen Angebote den Leistungskatalog genau prüfen. Dazu gehören nicht nur die typischen Merkmale wie die Chefarztbehandlung oder das Einzelzimmer im Krankenhaus, sondern eben auch die Erstattung von Heilpraktiker-Kosten und Heilmitteln. Gerade solche Posten können für den Einzelnen durchaus ein wichtiges Entscheidungskriterium sein und sollten nicht vergessen werden, raten Experten.

Übrigens: Die GKV übernimmt die Kosten für Heilmittel nur bei bestimmten Erkrankungen und für die Verordnungen gibt es festgelegte Mengenbeschränkungen. Kassenpatienten müssen pro Verordnung 10 Euro + 10% der Kosten selbst bezahlen.



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