PKV Nachrichten

Gesundheitsreform beschert PKV regen Zulauf

Autor: Dr. rer. nat. Melanie Hahn am: 19.05.2011

Anfang des Jahres ist die Gesundheitsreform in Kraft getreten und diese hat den privaten Krankenversicherungen (PKV) einen regen Zulauf beschert. Seit Januar haben sich Zehntausende gesetzliche Versicherte für einen Wechsel in die PKV entschieden. So geht aus den Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hervor, dass zwischen Januar und April 2011 insgesamt 39.670 Versicherte aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV wechselten. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres (Januar - April 2010) sind es fast 40% mehr. Damals wechselten gerade einmal 28.577 Versicherte in die PKV.

Durch die Gesundheitsreform wurde ein Wechsel in die PKV erheblich vereinfacht, denn nun dürfen die Versicherten schon wechseln, wenn sie einmal die Versicherungspflichtgrenze überschreiten. Diese liegt derzeit bei 49.500 Euro. Vor der Gesundheitsreform war ein Wechsel in die PKV nur möglich, wenn die Versicherten nachweisen konnten, dass ihr Einkommen in drei aufeinanderfolgenden Jahren die Versicherungspflichtgrenze überschritten hat. Die neuen Bedingungen erfüllen laut Unternehmensberatung A.T.Kerney bis zu 80.000 Angestellte mehr, die somit rein theoretisch in die PKV wechseln können.

Würden diese rund 120.000 Mitglieder alle in die PKV wechseln, müssten die Krankenkassen ein Einnahme-Minus von über 800 Millionen Euro hinnehmen - wie hoch der Netto-Verlust, also das Minus unter Berücksichtigung der Kosten, die nicht mehr übernommen werden müssen, ist jedoch völlig unklar. Während die PKV von einem Netto-Verlust in der GKV von 80 Millionen Euro ausgeht, schätzt die Bundesregierung diesen auf 250 Millionen Euro und die GKV selbst auf über 500 Millionen Euro.

Stefan Reker, Sprecher des Verbandes der privaten Krankenversicherung, bekräftigt in der "Frankfurter Rundschau", dass die Abschaffung der Wartefrist von drei Jahren gut und richtig gewesen sei, da die Versicherten nun eine größere Wahlfreiheit haben. Und diese scheinen viele Versicherte ja auch zu nutzen, wie auch die beiden größten privaten Krankenversicherer, die DKV und die Debeka bestätigen. Zwar nennt ein DKV-Sprecher keine konkreten Zahlen, spricht aber von einer "deutlichen Belebung des Neugeschäfts". Auch in der Debeka gibt es eine "spürbare Belebung", nach eigenen Angaben wurden hier im ersten Quartal 2011 rund 14.000 neue Mitglieder registriert.



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