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Ab Januar Herstellerrabatt auch in der PKV

Autor: PKV Redaktion am: 29.12.2010

Ab Januar können auch private Krankenversicherungen (PKV) Herstellerrabatt bei Pharmafirmen verlangen. Dieser wird jedoch nicht - wie bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) - über die Apotheken eingezogen, sondern über eine eigene Inkassostelle. Diese Inkassostelle namens "Zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten" (Zesar) ist beim PKV-Verband in Köln angesiedelt und macht die Ansprüche der PKV gegenüber den Pharmaunternehmen geltend. Dies gilt für alle 43 Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbandes und die bundesweit rund 11.000 Beihilfestellen, die z.B. für Beamte zuständig sind. Zesar soll 12 Mitarbeiter beschäftigen.

Ein PKV-Sprecher erklärt, dass sich für die Versicherten in der PKV dadurch nichts ändert. Sie reichen weiterhin wie gewohnt die in der Apotheke abgestempelten bzw. bedruckten Rezepte bei ihrer Versicherung ein. Die Versicherung erfasst die Absatzdaten zunächst elektronisch und schickt diese dann in anonymisierter Form an Zesar. Dort werden die Rabattansprüche gesammelt und schließlich gebündelt an das jeweilige Pharmaunternehmen geschickt. Ursprünglich wollte die PKV, dass die Rabatte den Versicherten direkt in der Apotheke zugute kommt, doch diese Forderung konnte sich nicht durchsetzen.

Deshalb übernimmt Zesar nun auch die Rückführung der Gelder an die Versicherer und Beihilfestellen. Mit den Rabatten dürfen keine Gewinne gemacht werden, die resultierenden Mehreinnahmen müssen an die Versicherten weitergeleitet werden. Wie die Gelder genau verwendet werden, ist noch unklar. Dem PKV-Sprecher zufolge hat der Verband keine Empfehlung an seine Mitglieder herausgegeben. Die einzelnen Versicherer können also selbst entscheiden, wie sie die Rabatte vernünftig einsetzen. Expertenschätzungen zufolge können sich die Rabatte auf 300 Millionen Euro jährlich belaufen und notwendige Beitragsanpassungen nach hinten verschieben.

Finanziert wird Zesar zunächst zur Hälfte vom PKV-Verband und zur Hälfte von den Beihilfestellen. Diese haben ihre Hälfte aufgeteilt, so dass die Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie die zentrale Beihilfestelle des Bundes jeweils 10% zahlen. Die Finanzierung ist allerdings ein Darlehen, das durch die realisierten Rabatte zurückgezahlt werden soll. Anschließend soll sich Zesar selbst finanzieren.



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